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Edge Sorting: Borgata will Crockford Urteil ausnutzen

Die Mutterfirma des Borgata Casinos in Atlantic City möchte das Urteil im Fall von Poker-Pro Phil Ivey gegen den Crockfords Gentlemans Club als Beweis für den eigenen Gerichtsfall nutzen. In London entschied der Richter, dass durch Edge Sorting kein faires Baccaratspiel zustande kam und die Gewinne daher nicht gültig sind.

Phil IveyDer Rechtsstreit zwischen dem Borgata und Phil Ivey (Foto) hat durch das Urteil in London ein interessante Wendung genommen. Bisher argumentierten die Anwälte des Poker-Superstars, dass Edge Sorting kein Betrug, sondern Können ist:

Der Casino Control Act verliert kein einziges Wort über Edge Sorting […] noch wird Casinos verboten, dem Wunsch eines Gastes nachzukommen, die Ausrichtung der Karten zu ändern. Geräte zum Mischen der Karten werden ausdrücklich erlaubt […] und die Angeklagten haben keine einzige Karte angefasst, verändert oder markiert.“

Die Anwälte der Marina District Development Co LLC hatten dem wenig entgegenzusetzen, außer dass Phil Ivey und seine Partnerin Cheng Yin Sun gelogen hätten. Das Duo behauptete, die Wünsche rund um die Baccarat-Session würden aus reinem Aberglauben geschehen.

Am Freitag meldete sich nun Jeremy Klausner von der Anwaltsfirma Agostino & Associates, P.C. bei Gericht. Als Vertreter des Borgata reichte Klausner eine Bitte ein. So will man das Urteil in London als Beweismittel für den Fall in New Jersey zulassen.

Zwar unterscheiden sich das amerikanische und das britische Rechtssystem, doch das Gericht in London hat ihr Urteil nicht auf Englands Gambling Act of 2005 gestützt. Vielmehr beruht das Urteil aufgrund „des Sachverhaltes auf den Prinzipien des allgemeinen Rechts“.

Des weiteren argumentiert die Klägerpartei, dass das Urteil in London besagt, Edge Sorting bietet kein faires Spiel und ist Betrug. Durch das Kartenlesen ist das Spiel nicht mehr dasselbe und somit ist der Vertrag zwischen Kunde und Casino nicht gültig.

Das Urteil in London ist keines Wegs für einen amerikanischen Richter bindend und bisher gab es auch noch keinen Fall in den USA, in dem reines Edge Sorting als Betrug gewertet wurde. Durch diese Technik, bei der Spieler Druckfehler des Kartendecks ausnutzen, wird ein Vorteil gegenüber dem Haus erzielt.

Ob der Richter im Fall zwischen dem Borgata und Phil Ivey sich beeinflussen lässt, muss sich zeigen. Neben Ivey sind Cheng Yin Sun, Gemaco [Anm.: der Hersteller der fehlerhaften Kartendecks] sowie ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter des Kartenherstellers angeklagt. Ivey und Sun hatten in vier Sessions in 2012 rund $9,63 Millionen abgeräumt. Im Gegensatz zum Genting Fall, in dem Ivey nicht ausgezahlte Gewinne einklagen wollte, fordert das Borgata die bereits ausgezahlten Gewinne zurück.

Quelle: Flushdraw.net


2 Comments
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der spezialist
6 Jahre zuvor

zunaechst gilt der grundsatz, dass man als gast alle verfuegbaren informationen in einem casino zu seinem vorteil nutzen darf. Desweiteren ist mir unklar , warum Ivey ueberhaupt die karten wenden lies. Hier wurde unprofessionell vorgegangen. Bei den infrage kommenden decks ist der druck symmetrisch in folgendem sinne: erscheint eine bestimmtes muster an einem ende der karte „verkuerzt“, erscheint es automatisch am anderen ende der karte „verlaengert“. Ivey dachte, wenn seine favorisierten Karten an einen Ende laenger aussehen, muesste er nur verkuerzte karten wenden lassen, um „nachzuschauen“ ob es eine gute karte ist oder nicht. dabei ist es doch logisch, dass die extrem verkuerzten karten automatisch auf der anderen seite als extrem verlaengert erscheinen muessten. Praktisch spiegelbildlich.Also warum ueberhaupt die karten wenden?

nein
6 Jahre zuvor

du bist ne Pflaume „der spezialist“, Ivey räumt Millionen ab und du willst im das Edge Sorting erklären….