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Deal or No Deal – wann hat das Warten ein Ende?

Das Drama um Full Tilt Poker scheint kein Ende zu nehmen. Das Warten auf einen Deal gleicht einer Gefühlsachterbahn mit vielen Downs und nur wenigen Ups. Gestern wurde das wieder deutlich, als das Gerücht die Runde machte, dass PokerStars aus dem Deal ausgestiegen ist.

James Barnes ließ auf Twitter verlauten: „Pokerstars folds on FTP deal. Never real deal, just bluff to prevent Tapie from bringing FTP back to market – great bargaining chip with DOJ. DOJ have rejected proposal by Isai to have civil charges dropped. He’s worried about jail time. Pokerstars have gone all-in! Will DoJ fold?

Allerdings wurde die Geschichte schnell relativiert und Diamond_Flush* schrieb im 2+2 Forum, dass beide Gerüchte schon vor über eine Woche kursierten. Dass Barnes zudem als Rechtsbeistand für PartyGaming arbeitet, sorgte ebenfalls für weitere Zweifel. Offiziell wurde das Gerücht dann von Eric Hollreiser dementiert. Der Chef der Unternehmenskommunikation bei PokerStars kommentierte gegenüber Andrew Feldmann, dass das Gerücht „falsch“ sei.

Ohnehin wäre es fragwürdig, warum PokerStars Interesse gehabt hätte, Tapie aus dem Deal zu drängen, da diese auch ohne Konkurrenz offenbar keinen Deal zustande gebracht hätten. Zudem gibt es Hinweise, dass PokerStars bereits im vergangenen Jahr Interesse an FTP zeigte.

Nun heißt es also wieder warten, bis der Deal endlich abgewickelt ist. Ein Großteil der geprellten FTP-Kunden fragt sich, warum alles so lange dauern muss. Der Grund liegt an ‚juristischen Hürden‘, die einem Aufkauf im Weg stehen. Derzeit kann man zwei konkrete Probleme nennen, die zwar aus dem Weg geschafft werden, doch Zeit in Anspruch nehmen. Zum einen hat der US-Bundeststaat Kentucky noch eine Klage gegen Full Tilt Poker laufen, zum anderen gibt es noch eine Klage von CardRoom International, LLC.

CardRoom International klagte gegen die drei großen Anbieter, dass sie mit ihrer Zusammenarbeit mit TV Sendern legale Anbieter vom Markt drängen. Der Softwarehersteller argumentierte, dass sein Geschäft durch ‚illegale Anbieter‘ zunichte gemacht wird. Die Klage wurde wenig beachtet, da im Oktober 2011 die Probleme bei FTP in anderen Bereichen lagen. Ähnlich verhält es sich auch mit der Klage aus Kentucky. Der Commonwealth of Kentucky forderte 2008 über 140 Domains von Glücksspielanbieter ein, darunter auch von Full Tilt Poker.

Allerdings arbeitet man bei der Staatsanwaltschaft auf eine Lösung dieser Probleme hin. Aus dem Büro von Preet Bharara und Arlo Devlin-Brown gibt es Anträge zu Klageabweisung von mehreren Zivilklagen, darunter auch die Sammelklage von Todd Terry, Steve Segal, Nick Hammer sowie Robin Hougdahl im Namen aller US-Spieler.

Ein weiteres Zeichen für einen Fortschritt sind die Anträge auf Klageabweisung von Howard Lederer, Chris Ferguson, Rafe Furst und PokerStars. Ganz zu schwiegen davon, dass Ray Bitar sich sicherlich nicht zufällig ausgerechnet jetzt den Behörden gestellt hat. Alle Zeichen deuten also darauf, dass der Deal besiegelt ist. Wann jedoch alle ‚juristischen Feinheiten‘ geklärt sind, steht auf einem anderen Papier.

* Diamond_Flush betreibt den Informationsblog DiamondFlushPoker.com und gilt als sehr zuverlässige Quelle mit guten Insiderinformationen


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