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Negreanu schießt gegen Haxton: „Nur über meine Leiche“ – Streit um Zeitspiel im Main Event

  • Klartext von Kid Poker: Daniel Negreanu verurteilt Isaac Haxtons Verhalten als „Angle Shooting“.
  • Sechs Minuten Bedenkzeit: Haxton wartet mit nur einem Chip, um den nächsten Pay Jump zu erreichen – vergeblich.
  • Community gespalten: Während einige Pros Negreanu zustimmen, verteidigen andere Haxtons Strategie.

Ein Vorfall beim WSOP Main Event 2025 sorgt für Diskussionen in der Pokerwelt: Der bekannte High-Stakes-Profi Isaac Haxton ließ sich am Freitag ganze sechs Minuten Zeit, bevor er mit nur einem einzigen Chip hinter der Linie eine All-in-Entscheidung traf. Während der Tisch auf seine Entscheidung wartete, hatte ein Mitspieler sogar Zeit, sein Abendessen zu beenden. In einer Phase des Turniers, bei der es um einen Sprung von 70.000 US-$ (ca. 60.000 €) auf 85.000 US-$ (ca. 68.000 €) Preisgeld ging, wirkte das Verhalten wie kalkuliertes Zeitspiel.

Daniel Negreanu am Pokertisch.
Daniel Negreanu war mit Haxtons Verhalten überhaupt nicht glücklich.

 

Daniel Negreanu ließ in seinem Vlog kein gutes Haar an Haxtons Verhalten: „Ich würde mich schämen, so etwas zu tun“, so der sechsfache Bracelet-Gewinner. So etwas würde er nur „über seine Leiche“ tun. Zwar forderte Haxton die Mitspieler mehrmals auf, mit Clock Calls gegen ihn vorzugehen, sollte ihnen etwas nicht passen, aber niemand tat es. Erst nach sechs Minuten griff schließlich ein Spieler zum „Clock“-Button.

„Klares Angle Shooting“ – scharfe Kritik von Kid Poker

Für Negreanu war klar: Hier ging es nicht um ganz normale Entscheidungsfindung. „In so einer Situation gibt es keine Chance, dass er seine Hand noch foldet“, argumentierte der Kanadier. Das langsame Spiel diente seiner Meinung nach einzig dem Zweck, einen Platz höher zu klettern. Solch fragwürdiges Verhalten ist im Poker als „Angle Shooting“ bekannt: es ist nicht regelwidrig, aber zumindest moralisch fragwürdig. Negreanu betonte: „Das ist schlecht für das Spiel.“

Auch der Effekt auf die Gruppe sei problematisch, weil der gesamte Tisch von einem solchen Verhalten profitiere. So würden Pay Jumps kollektiv angestrebt, ob bewusst oder nicht. In einem Seitenhieb meinte Negreanu, dass „Puggy Pearson und jeder andere Angle Shooter“ sich über diesen Move gefreut hätten.

„Clock Call normalisieren“ – Negreanus Appell an die Community

Negreanu rief dazu auf, Clock Calls zu normalisieren, selbst dann, wenn diese gegen große Namen gingen. Viele Spieler würden seiner Meinung nach davor zurückschrecken, etablierte Profis öffentlich unter Druck zu setzen. Dabei sei genau das notwendig, um solche Situationen künftig zu vermeiden. „Dass es in der Verantwortung der Spieler liegt, ist bedauerlich“, so Negreanu. Er verglich das Geschehen auch mit dem Fall Will Kassouf, der am Vortag über 20 Mal einen Clock Call kassierte.

Haxton selbst wurde schließlich noch in der selben Hand eliminiert, da er mit seinem Paar Dreien gegen Johan Schumacher verlor. Den Pay Jump erreichte er also trotz seines Zeitspiels nicht. Er ging als 99. mit 70.000 US-$ (ca. 60.000 €) nach Hause.


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