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Patrik Antonius über Full Tilt Poker: Ich hoffe die Spieler bekommen ihr Geld

Seit dem Debakel bei Full Tilt Poker haben sich viele der ehemaligen ‚Vorzeige Spieler‘ rar gemacht. So auch Patrik Antonius, der sich nur selten bei Turnieren blicken lässt und noch seltener Interviews gibt. Für unsere Kollegen PokerPlayer.uk.co hat sich der Finne ein wenig Zeit genommen.

Patrik AntoniusDer 31-Jährige verlor dabei ein paar Worte über Full Tilt Poker uns seine jetzigen Onlineaktivitäten und sprach ausführlich über das Big Game in Macau. Antonius räumte dabei mit einigen Vorurteilen und Gerüchten auf.

Allen voran schaffte Antonius das Gerücht aus der Welt, dass er in Macau nicht mehr spielen darf. „Diese Gerüchte sind zu 100% falsch“ so der Finne gegenüber Paul Cheung. „Jeder kann dort spielen. Doch wenn es ein besonders gutes Spiel ist und sie die dicksten Fische [am Tisch] haben, dann ist das Spiel voll. Sie haben einige Spieler, die immer teilnehmen dürfen, und eine Rangfolge von wichtigen Spielern. Wenn es also ein großes Game gibt, dann ist es äußerst selten, dass ich einen Seat bekomme.

Auf die Frage hin, was an dem Gerücht von Rui ‚PepperoniF‘ Cao dran sei, er wäre verbannt worden, weil er zu tight spielen würde, entgegnete Patrik Antonius mit: „Der Typ ist verrückt. Er ist eingeschnappt, weil ich ihn bezwungen habe. Ich habe ihm $800.000 abgenommen und trotzdem denkt er, er hätte mir gegenüber einen Vorteil. Dann hat er das Zeug über Macau geschrieben. Er kann sagen, was er will, ich lasse mich auf keine Diskussion mit ihm ein.“

Antonius beseitigt auch das Gerücht, Guy Laliberté hätte für seinen Rauswurf gesorgt: „Man kann Guy nicht beschuldigen […] Es gab [jedoch] zwei andere Leute, die mir [einmal] alles verdorben haben. […] Ich werde keine Namen nennen, doch mir wurde ein Seat in einem Game versprochen. Wenn nicht, wäre ich nicht für drei Tage dort eingeflogen. […] Ich war natürlich wütend und kurz davor, einen riesen Aufstand im Casino zu machen.“

Allerdings würde nie ein Spieler ein Verbot bekommen, nur weil er zu gut ist. Vielmehr hat das Big Game in Macau eigentümliche Regeln: „Es ist das größte öffentliche Spiel der Welt. […] [Aber] sie lassen einen nicht spielen, wenn die ganz großen Fisch da sind. Es gibt also ein Maximum von drei [professionellen] Spielern wie Tom Dwan, Phil Ivey und Sam Trickett. Es gibt fünf einheimische Regulars und dann ein oder zwei Fische. Doch sogar die ‚Fische‘ spielen sehr gutes Poker und werden erst schlecht, wenn sie anfangen zu verlieren. […] Das zeigt, wie tough das Game ist. Ich habe wirklich viel Respekt vor den Spielern dort.

Generell ist „das Spiel fast zu groß. Du kannst in einer Woche $10 Millionen gewinnen.“ Antonius ist nach eigenen Angaben bisher break-even hat jedoch einiges durch die Side-Bets am Tisch gemacht. Sein größter Gewinn bei einer Session waren $4 Millionen, doch auch schon Losing-Sessions mit einer Million stehen zu Buche.

Über Full Tilt Poker und seine Online Aktivitäten sprach Patrik Antonius ebenfalls. „Zurzeit bin ich echt niedergeschlagen deswegen. Ich hatte viel Hoffnung, dass Full Tilt [Poker] zurück kommt, doch jetzt hoffe ich nur noch, dass die Spieler wieder ihr Geld bekommen. Ich habe dort keine Zukunft mehr als Repräsentant. […] Es ist klar, dass sie schlechte und wohl auch verrückte Entscheidungen getroffen haben, wie sie die Firma führten. Am Traurigsten finde ich, dass das Ansehen von Poker so sehr darunter gelitten hat.“

Auf die Frage hin, wie viel Geld er auf FTP liegen hat, gab Antonius an: „Das [was darüber gesagt] wurde, ist alles Bullshit. Ich habe [zwar] mein ganzes Geld dort an andere Leute geschickt, da ich in die Staaten gereist bin und andere Leute es zum spielen benötigten. Vom Verlust her wäre es [trotzdem] ein großer Verlust für mich.“

Antonius gibt auch an wieder online zu spielen, allerdings „nicht viel und ohne Erfolg“. Ob er hinter dem PokerStars Screenname FakeLove888 steckt, wollte der Finne jedoch nicht klären: „ Ich will das nicht kommentieren. Ich habe kein Kommentar dazu (lacht).“


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