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Vegas, Baby: Lake Vegas

Lake Las Vegas befindet sich in Henderson, einem der tollen Wohnbezirke von Las Vegas im Süd-Osten der Stadt. Der künstliche Stausee erstreckt sich auf etwa 130 ha und ist von rund 1.500 ha Neubaugebiet umgeben. Das Gebiet wird manchmal auch als Lake Las Vegas Resort bezeichnet, da alles wie in einem klassischen Ferien Resort angebracht ist und von verschiedenen kommerziellen Unternehmen betrieben wird.

Das Gebiet umfasst tatsächlich drei Resorts, darunter das Aston MonteLago Village Resort, das Westin Lake Las Vegas Resort und das Hilton Lake Las Vegas. Darüber hinaus gibt es aber hier zahlreiche Privatwohnungen, die man mieten oder kaufen kann, um ganz normal hier zu wohnen.

Die Erdaufschüttung, die den Stausee bildet, ist 59m hoch, 1.5km lang mit einer Breite von 218m an der Basis. Ein gewaltiges Unternehmen. Die benötigte Erdmasse ist vergleichbar mit der Menge an Beton, die für den Bau des Hoover Damms benötigt wurde. 12 Millionen Kubikmeter Wasser kommen hier zusammen. Da der Stausee sich im Kanal des Las Vegas Wash, dem einzigen Abflusskanal des Tals, befindet, wurde ein Bypass für den Wash unter Lake Las Vegas vorgesehen. So fließt Wasser über zwei Rohre von 2.4m Durchmesser ohne Unterbrechung zwischen Lake Mead und Las Vegas. Der Bypass dient hauptsächlich als Hochwasserschutzmaßnahme, die es ermöglicht, das Hochwasser unter dem Stausee in den Lake Mead umzuleiten, während der Rest der Wassermengen vom Lake Las Vegas selbst gestaut werden. Diese wichtigen Rohre, die sich im Besitz der Stadt Henderson befinden, werden vom Resort gewartet und wegen dem starken Verfall im Jahr 2009 für mehrere Millionen Dollar repariert.

Die Idee von Lake Las Vegas fand ihren Ursprung in Schauspieler J. Carlton Adairs Ideen um 1967 einen „Lake Adair“ zu gründen. Damals kaufte er das Land und die Wasserrechte. Aus dem Projekt wurde aber 20 Jahre lang nicht viel, bis Ende der 80er andere Geschäftsleute sich für das Projekt interessierten. Im Jahr 1987 erwarb Ronald Boeddeker über 800 zusätzliche Hektar Land in der Gegend von der US-Regierung als Adair in Konkurs ging und das gesamte Grundstück wurde 1990 von Transcontinental Properties erworben. Im selben Jahr begannen die Entwickler mit der Umleitung von mehr als 1 Million Kubikmeter Wasser aus dem Las Vegas Wash, um den neuen Stausee zu füllen. 1995 wurde Henry Gluck, der frühere Vorstandsvorsitzende und Chief Executive Officer von Caesars World, Co-Vorsitzender von Transcontinental Properties und zusammen mit Sid Bass und Lee Bass, zwei Milliardären aus Texas, entwickelte er die neue Gemeinde. 5 Milliarden US-Dollar soll die Entwicklung gekostet haben.

Lake at Las Vegas Joint Venture, einer der kommerziellen Betreiber des Gebietes, kam jedoch in enorme finanzielle Schwierigkeiten und es häuften sich geschätzte 500 Millionen bis 1 Milliarde US-Dollar Schulden an. Lake Las Vegas ging im Juli 2010 mit einem Plan aus dem Konkurs hervor, dessen Umsetzung fast zwei Jahre dauerte. Alle bestehenden Schulden wurden getilgt, und das Projekt verfügte noch über 30 Millionen Dollar, um mehrere unvollendete Infrastrukturprojekte fertigzustellen, doch zahlreiche Klagen und rechtliche Auseinandersetzungen hätten fast den definitiven Untergang des Projekts verursacht. Es folgte eine sehr beeindruckende Serie von Inventionen und Rückzügen wie der Kauf des Lake Las Vegas Golfplatzes von Nevada South Shore LLC, einem Unternehmen mit Sitz auf Hawaii, für 4.5 Milliarden oder das Ritz Carlton Lake Las Vegas, das nach acht Jahren Betrieb am 2. Mai 2010 geschlossen hatte. Das Ritz Carlton wurde dann am 11. Februar 2011 von dem internationalen Boutique-Hotelier Dolce Hotels als Ravella at Lake Las Vegas wiedereröffnet und im April 2013 gab Kam Sang Co. bekannt, dass das Ravella in Hilton Lake Las Vegas umbenannt wird. Das Hilton, unter dem das Hotel weiterhin heute betrieben wird, wurde am 6. Juni 2013 eröffnet.

Ein anderer Rechtsstreits zwischen dem Investmentfonds Claymore Holdings und der Credit Suisse Bank, die als Vertreterin eines Konsortiums von Unternehmen fungierte, das über eine halbe Milliarde Dollar für die Erschließung des Grundstücks zur Verfügung stellte, erschwerte die Geschäftssituation über viele Jahre. Claymore und andere beschuldigten die Credit Suisse, den Wert des Projekts in betrügerischer Weise aufgebläht zu haben, um höhere Gebühren zu erzielen. 2015 verurteilte ein texanischer Richter die Credit Suisse zur Zahlung von 288 Millionen Dollar an Highland, Claymore und andere Klagende. Das Urteil wurde teilweise durch andere Zahlungen ausgeglichen, was bedeutete, dass Claymore den größten Teil des Urteils der Credit Suisse erhielt. Allerdings wurde dieses Urteil im April 2020 vom Obersten Gerichtshof von Texas aufgehoben und das Urteil für Claymore wurde auf 26 Millionen US-Dollar ohne Zinsen reduziert.

Das gescheiterte Casino MonteLago wurde zum Lake Las Vegas Veranstaltungszentrum. Das Casino MonteLago wurde am 8. Mai 2003 eröffnet und von Cook Inlet Region, Inc. gebaut, einem Unternehmen im Besitz der Ureinwohner Alaskas. Am 14. März 2010 schloss das Casino jedoch aufgrund des 2008 Finanzdesasters zum ersten Mal. Am 26. Mai 2011 wurde es nach einer Renovierung wieder für die Öffentlichkeit geöffnet und im November 2012 wurde es zusammen mit dem Ravella at Lake Las Vegas für insgesamt 47 Millionen Dollar von Kam Sang Co. erworben, einer Firma, die hauptsächlich in Kalifornien Immobilien entwickelt. Es dauerte allerdings nicht lange, bis das Casino am 29. Oktober 2013 wieder aufgrund eines Pachtstreits zwischen Kam Sang und den Betreibern des Casinos schließen musste. Anfang 2016 wurde die Anlage als Lake Las Vegas Event Center wiedereröffnet, in dem Sonderveranstaltungen, Ausstellungen und Unterhaltungsprogramme für Einheimische und Touristen stattfinden. Es bleibt bis heute an das Hilton Lake Las Vegas angeschlossen und vom MonteLago Village aus zugänglich.

Generell, ist die Stimmung in Lake Las Vegas sehr gemütlich dank Golfplatz, Promenaden rund um den See, Sport- und Freizeitanlagen und Restaurants. Viele Shops stehen allerdings leer wegen der unendlichen und unzähligen Gerichtsaffären. Businessmäßig scheint das Gebiet nicht so toll zu sein, aber das Leben ist schön hier, wie es alle Bewohner bestätigen, mit denen wir reden konnten. Die komplizierte kommerzielle und rechtliche Situation macht den Promotern ebenfalls das Leben schwer, um Immobilien an den Mann zu bringen, sodass der Kauf einer kleinen Einzimmerwohnung schon ab $300.000 möglich ist. Fast ein Schnäppchen für Vegas.

Kurze Mietverträge und Ferienaufenthalte sind auch durchaus gängig aber, als Pokerspieler und regelmäßiger Stripbesucher sollte man allerdings darauf vorbereitet sein, eine 30 minütige Autofahrt in Kauf zu nehmen. Öffentliche Transport Optionen sind vorhanden, aber recht ineffizient, da man um die zwei Stunden braucht, um die Strecke mit dem Bus zurück zu legen und die Linien werden nachts unterbrochen. Taxis, Ubers und Lyfts sind natürlich auch unterwegs, sind aber mit Kosten von $35-50 pro Fahrt recht teuer für den Alltag.


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