Kolumnen

Wer behauptet der Pokerboom ist vorbei? Rekorde wohin man schaut!

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Immer wieder wird behauptet, der Pokerboom sei vorbei und die Teilnehmerzahlen rückläufig. Doch gerade in de letzten Tagen ist davon nichts zu bemerken. Im Gegenteil, es gibt Rekorde wohin man schaut.

Seit 2005/2006 der Pokerboom auch so richtig Europa erfasste, hat sich die Pokerlandschaft stark verändert. War das Angebot damals noch überschaubar und nicht wirklich attraktiv, so entwickelte sich im Laufe der Jahre ein wahre Vielfalt. Pokervereine wurden gegründet, Sachpreispoker in Deutschland erfunden, neue Turnierserien geschaffen und dauch die großen amerikanischen Serien WSOP und WPT machten sch in Europa breit. Poker war überall und als Pius Heinz im Juli 2011 die Weltmeisterschaft in Las Vegas gewann, war Poker nicht mehr aus dem täglichen Leben wegzudenken.

Auch Online-Poker trug dazu bei, dass Poker immer populärer wurde. Viele klammerten sich an den Traum wie Chris Moneymaker aus sehr wenig Geld den Millionegewinn zu machen. Der Black Friday aber auch zum Teil schlechte Wirtschaftssituationen ließen den Hype 2012 abklingen.

Seitdem hört man immer wieder, der Pokerboom sei vorbei und niemand interessiere sich mehr für Poker. Die letzte Woche hat aber wieder einmal gezeigt, wie wenig diese Aussage stimmt. In der Kategorie der € 550 Turniere schafften es Battle of Malta (2.074 Entries), Italian Poker Open (3.003 Entries) und WSOPE Colossus (4.115 Entries) Rekordmarken zu erzielen. Mit insgesamt mehr als 9.000 Entries kann wahrlich nicht die Rede davon sein, dass es kaum mehr Interesse gäbe. Bei den großen Events strömen jedes Jahr mehr und mehr Spieler an die Tische.

Neu ist jedoch die Verteilung der Spieler, oder besser gesagt, die Kriterien der Spieler, wo und wann sie was spielen, haben sich verändert. War vor fünf, sechs Jahren die Reisebereitschaft der Spieler noch deutlich größer, so bevorzugt man nun Turniere in der Nähe. Ein Ausflug zu einem speziellen Turnier, sei es aus Prestige- oder Geldgründen, wird schon im Voraus geplant. Früher setzte man sich spontan ins Flugzeug oder ins Auto und jettete durch die Pokerwelt. Dass die Reisebereitschaft der Spieler abgenommen hat, bemerkten letztlich selbst die kleinsten Spielbanken und offerierten ein besseres Pokerangebot als zuvor.

Während die Spielbank in Wiesbaden seit Jahren schon denselben Standard hält, mussten sich andere erst einen Namen machen. Nicht nur der Pokerfloor in Berlin hat mit der Triple A Series ein Vorzeigeformat entwickelt, auch die WestSpiel Häuser haben mittlerweile ein sehr ansprechendes Angebot, was mit stetig wachsenden Spielerzahlen belohnt wird. Das Casino Schenefeld am Stadtrand Hamburgs hat schon vor Jahren erkannt, dass Poker ein Publikumsmagnet ist und hat mittlerweile das Haus darauf ausgerichtet. Eigene Deepstack Formate werden dort ebenso gut angenommen wie auch der jährliche Besuch von PokerStars.

Wie auch in der Arbeitswelt wird die Kluft zwischen Arm und Reich auch in der Pokerszene immer größer. War man früher schon ein High Roller, wenn man ein € 1.000 Turnier und € 10/10 Cashgame spielte, so muss man nun mehr als eine Null anhängen, um jemanden zu beeindrucken. Die breite Masse fühlt sich noch immer bei Turnieren bis rund € 500 Buy-In wohl und hier gibt es tatsächlich in Deutschland schon ein gutes Angebot. Jahreshighlights dürfen aber ebenso sein und dazu gehören nicht nur das PokerStars Festival oder die WPT, sondern auch die WestSpiel Poker Tour.

Auch im Bereich der Hobbyspieler ist absolut kein Ende eines Pokerbooms in Sicht. German Poker Days und Poker Giants richten regelmäßig große Events aus, 2018 wird auch die Poker-Bundesliga wieder mitmischen und dazu beitragen, dass es in ganz Deutschland ein flächendeckends Angebot für die Freizeitspieler gibt. Sicherlich, es geht nur um Sachpreise – oder wie bei der Heads-up Liga des DPSB um Ruhm und Ehre, aber auch hier zeigt der Aufschwung wieder, dass das Interesse an Poker wächst.

Poker hat sich in den letzten Jahrzehnten mehrfach verändert und gewandelt. Auch wenn der große Hype des letzten Jahrzehnts nicht mehr da ist, die Spieler sind es. Und sie sind erwachsen geworden. Genügte es früher einem Casino, Poker anzubieten, so muss man nun aktiver sein und ein gutes Angebot haben. Dann danken es die Spieler auch mit entsprechender Treue und kommen regelmäßig ins Stammcasino. Gleichzeitig ziehen sie dann auch die kleineren Turniere den großen Festivals vor, die vielleicht auch ein weite Anreise und einen kürzeren oder längeren Urlaub mit sich bringen würden. Hotspots wie Wien, Barcelona und Prag sowie natürlich Las Vegas wird es immer geben, auch Rozvadov muss man mittlerweile als großen Pokerfestival Standort einplanen. Es kann aber auch sein, dass sich Events wie letzte Woche überschneiden und da zeigt sich dann, dass es tatsächlich noch sehr viele Spieler gibt, die zu Pokerevents reisen – und dennoch die kleineren Turniere vor Ort auch noch gut besucht sind. Oder umgekehrt gesagt – stimmt das Angebot, dann kommen auch die Spieler, egal ob aus nah oder fern. Und der Pokerboom bleibt. Auch über 2017 hinaus.

 

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