Pokerstrategie

Pot-Limit Omaha: Das Spiel nach dem Flop – Teil I

Wenn man zum Beispiel Bottom Set auf einem recht ungefährlichen Flop trifft, freut man sich alle Chips in die Mitte zu bekommen. Nur in den aller seltensten Fällen ist man nicht klarer Favorit. Doch Omaha ist wieder eine ganz andere Welt. Und wenn man einmal in diese Welt eingetaucht ist, kommt man meist nur mit Überwindung wieder an einen Hold’em Tisch. Doch es gibt sehr viel zu beachten und genau aus diesem Grund trennt sich nach dem Flop die Spreu vom Weizen.

Level der Handstärke setzen

Es liegt auf der Hand, dass man bei sechs Gegnern am Flop anders spielen muss als mit nur einem Gegner. Doch das scheinen viele zu ignorieren. Für sie ist Top Two Pair eine gute Hand, die aggressiv gespielt werden muss. Egal ob da zwei oder fünf Gegner im Pot verwickelt sind.
Die Anzahl der Gegner ist ein Faktor, den es zu berücksichtigen gilt. Je weniger Gegner, desto schlechter kann die Hand sein.
Der zweite Faktor ist die Action. Checken alle vor einem kann sogar Top Pair Top Kicker eine Hand sein, die gut genug für eine Bet ist. Sieht man jedoch eine Bet und einen Raise vor sich, muss man seine Handstärke ganz neu gewichten.
Natürlich gibt es hier keine klaren Grenzen und vieles ist derart von der Situation abhängig, dass es sinnlos ist konkrete Richtlinien zu geben. Daher möchte ich nur ein paar Hinweise geben in welche Richtung es geht und wie man die Stärke seiner Hände am Flop bewerten sollte.

Two Pair

Es gibt kaum eine Hand in Omaha, die schlechter zu spielen ist als Two Pair. Manchmal ist Top Two Pair eine Monsterhand mit der man sich gegen die verschiedensten Draws verteidigen muss. Manchmal sollte man lieber passiv spielen und auf das große Full House hoffen.
Bottom Two Pair hingegen sind eigentlich nur in einem Heads-Up Pot spielbar und auch dort sollte man nur einen Angriff auf den Pot unternehmen und wieder zurück stecken wenn man auf Widerstand stößt.
Top und Bottom Pair erscheinen besser, sind aber viel zu verwundbar. Nicht nur dass Straight- und Flushdraws gefährlich werden können. Nein, auch ein “Counterfeit” ist möglich, wenn sich eine höhere Karte paart. Dann hat man nämlich nur noch ein Paar plus ein Paar, das auf dem Board liegt – keine gute Hand.

Mit Two Pair kann man durchaus einen Angriff auf den Pot starten. Je besser das Two Pair, desto mehr Gegner kann man angreifen. Doch wenn der Einsatz am Flop fehlschlägt, sollte man einfach auf einen kostenlosen Showdown oder das Full House hoffen.

Eine Hand, die erstmal komisch klingt, aber sich gut spielen lässt sind Three Pair, also wenn man mit seinen Hole Cards den gesamten Flop getroffen hat. Mit dieser Hand hat man zwar erstmal nur Two Pair, aber relativ viele Outs zu verschiedenen Full Houses.

Wichtig bei der Bewertung der Stärke der Two Pair ist die Floptextur. Wenn viele verschiedene Draws möglich sind, sind Two Pair kaum etwas wert. Denn Sie können dann nur einen kleinen Pot gewinnen in dem Fall, dass kein Gegner seinen Draw trifft und niemand etwas setzen will. Oder aber Sie verlieren einen großen Pot weil Ihr Gegner setzt und setzt und Sie ständig nur callen, oder umgekehrt: Sie betten und Ihr Gegner callt. Ihr Gegner komplettiert aber seinen Draw, hat ein Set oder schafft es irgendwie Sie aus der Hand zu bluffen und Sie verlieren einen großen Pot nur weil Sie Ihre Two Pair nicht aufgegeben konnten.

Am besten ist es meist höchstens einen Einsatz am Flop zu bringen oder zu callen, solange man keine weiteren Draws hat. Hält man jedoch Two Pair und den Nutflush Draw, liegt es auf der Hand mit dieser Hand richtig Gas zu geben und vor Value zu betten. Ein “trockenes” Two Pair, also ohne zusätzliche Draws ist jedoch selten gut genug um bis zum Ende zu bestehen, daher sollte man versuchen günstig zu diesem Ende zu kommen.

Das Spiel nach dem Flop in Pot-Limit Omaha ist der Schlüssel zum Erfolg. Hier kann man viel Geld verlieren, aber auch viel Geld gewinnen. Two Pair sind Hände, die selten zu den Gewinnern zählen und bei vielen Probleme verursachen. In den nächsten Teilen beschäftigen wir uns mit weiteren Handkategorien.


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