- Negreanu fordert Tempo: Pokerstar ruft zur Offensive gegen langsame Spieler bei der WSOP auf
- Shot Clock-Debatte: Matt Savage und Phil Hellmuth schlagen offizielle Zeitlimits vor
- Community steht dahinter: Unterstützung für „Clock“-Rufe kommt von Spielern und Funktionären gleichermaßen
Pokerlegende Daniel Negreanu hat sich während der World Series of Poker (WSOP) 2025 in einer Social-Media-Botschaft klar gegen das ausufernde „Tanken“, also exzessiv langsames Spielen, positioniert.

Sein Aufruf: Spieler sollen sich nicht scheuen, bei notorisch langsamen Spielern zu kontern. „Es ist nicht persönlich, es ist einfach Business“, so der siebenfache Bracelet-Gewinner. Ihm gehe es nicht darum, Spieler in schwierigen Spots zu gängeln, sondern gezielt jene in die Schranken zu weisen, die bei jeder Entscheidung unnötig Zeit schinden.
WSOP Main Event players:
Normalize calling the clock. It’s not personal, it is within your right as a player in the tourney.
I would suggest being quicker to call it on those that are excessively slow on every action pre/post flop and more lenient on players who act quickly…
— Daniel Negreanu (@RealKidPoker) July 5, 2025
Negreanu schlägt sogar vor, notorische Zeitverschwender vorab zu warnen: „Sag ihnen ruhig, dass sie ab jetzt nur noch zwei Minuten pro Entscheidung haben, dann ist Schluss.“ Der Kanadier betont: „Langsam spielen ist ihr Recht, die Clock zu callen ist eures.“
Tempo-Debatte: Shot Clock statt Poker-Drama?
Die Diskussion über Spielgeschwindigkeit ist bei der WSOP keineswegs neu. Zwar kommen Shot Clocks in 12 von 100 Events zum Einsatz, jedoch fast ausschließlich bei High Roller Turnieren. Im Main Event liegt es weiterhin in der Verantwortung der Spieler, das Spiel am Laufen zu halten. Genau das ist Negreanus Kritikpunkt. Und dafür bekommt er prominente Unterstützung.
Matt Savage, Turnierdirektor und frisch nominierter Poker Hall of Fame-Kandidat 2025, fordert schon lange verbindliche Shot Clocks ab Hand eins. „30 Sekunden preflop sind zu viel. 15 reichen völlig“, so Savage. Auch Phil Hellmuth bringt eine neue Idee ins Spiel: Wer im Turnier zehnmal „geclockt“ wird, soll für jedes weitere Mal eine Runde Strafe erhalten.
The “Ten clocks rule”: new rule that I am proposing
Every top player that I talked to loves it. If you have ten “Clocks” called on you in one tourney, then you get a “Penalty” (one round off). Same one round off penalty for each additional clock called on you.
— phil_hellmuth (@phil_hellmuth) July 4, 2025
Unterstützung aus der Community
Auch andere langjährige Spieler stehen hinter Negreanus Vorstoß. Jon Shoreman nimmt etwa kein Blatt vor den Mund: „Ich calle die Clock schneller als die meisten. Und wenn jemand sauer wird, erkläre ich’s ganz ruhig.“ In seinen Augen geht es schlicht um Fairness und die Entscheidung trifft ohnehin immer der Floor.
Für Aufsehen sorgte wie gewohnt auch Ryan Depaulo, der auf Social Media schrieb: „A F***ING MEN. Das sollte die nächste Funktion in der WSOP+ App sein. Anonyme Clock-Rufe würden das Spiel revolutionieren.“