- Versöhnung nach 12 Jahren: Tom Dwan und Jungleman beenden ihren Streit um die „Durrrr Challenge“.
- Reflexion statt Konfrontation: Cates gesteht Fehler ein und nennt ursprüngliche Strafen „überzogen“.
- Comeback möglich: Teaser für ein neues Challenge-Format sorgt für Spannung in der Pokerszene.
Tom Dwan und Daniel Cates haben sich öffentlich versöhnt. In einem von GTO Wizard produzierten Video-Interview diskutierten die beiden High-Stakes-Legenden die Hintergründe ihrer über zehn Jahre andauernden Fehde rund um die sogenannte „Durrrr Challenge“.

Die Challenge startete 2009 auf der High-Stakes-Pokerseite Full Tilt Poker, wo Tom Dwan jedem Herausforderer ein ungewöhnliches Angebot machte: Wer ihn über 50.000 Hände in No-Limit Hold’em oder Pot-Limit Omaha mit den Stakes 200/400 US-$ (ca. 1.390.000 €) schlagen würde, sollte zusätzlich 1.500.000 US-$ (ca. 1.390.000 €) erhalten. Falls Dwan gewann, müsste der Gegner ihm 500.000 US-$ (ca. 460.000 €) zahlen. Gespielt wurde online im Heads-up-Format an mindestens vier Tischen gleichzeitig.
Patrik Antonius nahm die Herausforderung als Erster an, gab aber auf, nachdem er um über 2.000.000 US-$ (ca. 1.850.000 €) hinten lag. Danach stieg Daniel „Jungleman“ Cates ein – und dominierte Dwan regelrecht.
Das Problem: Nach einem starken Start mit rund 1,2 Millionen US-$ (ca. 1.110.000 €) Vorsprung über 19.000 gespielte Hände kam es 2011 zum „Black Friday“ und dem abrupten Ende des legalen Online-Pokers in den USA. Full Tilt Poker stellte vorübergehend den Betrieb ein, die Challenge wurde unterbrochen.
Zwar nahm die Plattform 2013 wieder den Spielbetrieb auf, doch Dwan zeigte wenig Interesse daran das Duell fortzusetzen. Statt gegen Jungleman spielte er lieber gegen andere Gegner. Über die Jahre folgten nur noch vereinzelte Sessions – und schließlich gar keine mehr. Bis heute blieb die Challenge unvollendet und damit ohne Sieger.
Der Streit verlagerte sich anschließend zunehmend in die Öffentlichkeit. Cates äußerte seinen Frust in Podcasts, Interviews und vor allem auf Twitter. Er warf Dwan vor, sich vor dem Duell zu drücken, seine Nachrichten zu ignorieren und die vereinbarte Side-Bet nicht zu zahlen. Die Fehde entwickelte sich zu einem der bekanntesten ungelösten Konflikte der Online-Poker-Geschichte – bis jetzt.
Beide Beteiligten zeigen sich einsichtig
Im neuen Interview zeigte sich Daniel Cates reflektierter: Er räumte ein, in der Vergangenheit überreagiert zu haben und öffentlich zu viel Internes preisgegeben zu haben. Auch sei ihm mittlerweile bewusst geworden, dass die ursprünglich vereinbarten Strafzahlungen „zu hart“ gewesen seien.
Dwan hörte sich die Kritik an, ohne auf Konfrontation zu gehen. Beide wirken im Video versöhnlich. Laut Cates habe er schon lange keine Wut mehr empfunden: „Das ist ein gutes Gefühl“, so der zweifache WSOP-Bracelet-Gewinner.
Zum Schluss des 20-minütigen Videos gibt es sogar einen kleinen Cliffhanger: Es wurde ein zweiter Teil angekündigt – und zwischen den Zeilen deutet sich an, dass ein neues Challenge-Format in Planung sein könnte. Fans dürfen also hoffen, dass die beiden ihre Duelle am Pokertisch bald wieder aufnehmen. Dieses Mal hoffentlich bis zum Ende.