Jay Farber gegen Ryan Riess! Im Heads-Up ging es Mann gegen Mann um einen der begehrtesten Titel in der Pokerwelt und nicht zu vergessen um knapp $ 3.2 Mio. mehr an Preisgeld! Farber startete mit einem Chipvorteil von 105 Mio. zu 85.8 Mio gegenüber Riess in dieses Rennen. (Wie es dazu kam, könnt Ihr in Teil 1 und Teil 2 nachlesen)
Bei Blinds von 500k/1Mio 150k Ante fiel der Startschuss. Nach den ersten knapp 20 Händen war chiptechnisch nicht viel passiert, als es zur ersten größeren Hand kam. Farber raiste auf 2 Mio., worauf Riess auf 5 Mio. 3betete und von Farber bezahlt wurde. Auf dem Flop
bezahlte Farber auch die 5 Mio. Contibet von Riess. Die
am Turn und dieses Mal check-callte Riess die 8.2 Mio. Bet von Farber. Am River kam die
und nun setzte Riess wieder an: 15 Mio.! Farber foldete. Er hatte mit
am Turn zwei Paar getroffen und somit Riess überholt. Dieser hielt
. Dem glücklichen Turn für Farber folgte jedoch der glückliche River für Riess, der sich den 51.7 Mio. Pot und damit auch die Führung schnappte.
Doch diese sollte nur vier Hände anhalten. Riess raiste am Button auf 2.5 Mio. und Farber callte. Am Flop
check-callte Farber weitere 3 Mio. von Riess, der Turn brachte die
und erneut einen Check von Farber. Doch dieses Mal raiste Farber die 5 Mio. Bet von Riess auf 13.45 Mio., und wurde nach kurzem Überlegen bezahlt. Die
erschien am River und Farber wettete noch einmal groß: 24.5 Mio.! Nun benötigte Riess wesentlich länger, um die Hand noch einmal zu überdenken. Er versuchte Farber eine Reaktion zu entlocken, stellte sogar die Jetons für den Call zurecht, foldete dann aber doch nach mehreren Minuten.
Ein Mega Bluff von Farber mit
. Riess hatte den Bluff gerochen und mit
eine Hand zum Kontrollieren, sich aber letztlich nicht überwinden können die große Bet am River zu bezahlen. Die Line von Farber machte hier nur mit absoluten Monsterhänden wie mindestens einer getroffenen Drei Sinn. Doch Farber überzeugte Riess vor allem auch durch seine minutenlange regungslose Körpersprache, ihm eine solche Hand zu glauben. Starker Vortrag des Amateurspielers!
Neun Hände später folgte der nächste Key-Pot. Riess hatte sich inzwischen eine kleine Führung erarbeitet, da raiste Farber auf 2 Mio., Riess ging auf 5 Mio. und Farber setzte die 4bet auf 8.8 Mio., die Riess bezahlte. Der Flop kam trocken mit 





Weitere zehn Hände später folgte das erste All-in. Farber raiste auf 2 Mio. und Riess ging mit. Der Flop 

brachte große Action: Riess check-raiste Farbers 2.2 Mio Bet auf 6.8 Mio., was Farber veranlasste auf 14.2 Mio. zu gehen. Riess erhöhte erneut auf 26 Mio. und bezahlte auch Farbers AllIn mit 41.65 Mio. Viel Wirbel um nichts, denn beide Spieler hielten 





Riess übte weiter Druck aus und nutzte die Position des Chipleaders gnadenlos aus. Preflop wie Postflop war er am Drücker und stellte die Fragen. Farber versuchte sich zu wehren, doch Riess hatte stets die bessere Antwort parat. Beispielsweise ging Farber in Hand 48 des Duells nach einer 3bet von Riess (5 Mio.) auf 9.5 Mio. Riess ließ sich jedoch nicht von seiner Linie abbringen und setzte die 5bet auf 17.5 Mio. Er hielt

So wuchs der Druck auf Farber immer weiter an und nur wenige Hände später (Hand #57) war er dann AllIn. Riess erhöhte am Button auf 2 Mio. und Farber callte. Am 






Immer noch eine beruhigende Führung für Riess, aber mit dieser Hand schien das Momentum auf die Seite von Farber gewechselt zu haben. Fünf Hände später kam der nächste Nackenschlag für Riess. Bei neuen Blinds von 600k/1.2Mio 200k Ante raiste Farber auf 2.5 Mio., die Riess bezahlte. Riess checkte am Flop 
und bezahlte die 2.8 Mio. von Farber. Gleiches Spiel an der 


) anzusehen – Riess hatte mit 

Im Verlauf des Heads-Up hatte Farber zwar schon bewiesen, dass er auch zu großen Bluffs bereit war, doch dieser Call war aber vor allem deshalb grenzwertig, weil Farber sogar mit einer besseren Hand (etwa einem verpassten Straightdraw mit Ace high wie z.B. A4) hätte bluffen können. Farber hatte aber hier mit dem Flush eine sehr gute Hand gemacht und verkürzte den Abstand auf 70 Mio. zu 120 Mio. und schien zurück im Spiel.
Doch dann übernahm Riess das Ruder wieder. Mehrere Pots um die 20 Mio., die alle an Riess gingen. Eine 4bet Preflop, Aggression Postflop und Stück für Stück nahm Riess Farber die Jetons ab. In den entscheidenden Momenten hielt er dann auch noch die bessere Hand.
In Hand #83 raiste Riess auf 2.5 Mio. und nach dem Call von Farber sahen beide einen 



einen erneuten check-call von Farber, weitere 8 Mio. gingen in die Tischmitte. K9s für Riess, der Trips geturnt hatte, während Farber mit 43 nur zwei Paar hielt. Kein großer Vorwurf an Farber, denn durch den Check am Flop lag die Vermutung nahe, Riess hätte nicht getroffen. Es bestand durchaus die Möglichkeit, dass sein Paar 4 hier am River gut sein könnte. Doch dem war nicht so. Gut gespielt von Riess und eine weitere kleine Vorentscheidung. Farber verblieben nach diesem verlorenem Pot nur noch gut 10 Mio. und somit nicht mehr viele Optionen außer Push oder Fold.
Und so kam es in Hand #89 zum nächsten All-in und zur letzten Hand des Heads-Up. Auf einen Button-Raise von Riess (2.5 Mio.) shovte Farber für 14 Mio. Riess callte sofort, hielt er mit 






begrub jegliche Hoffnung von Farber, der sich als Amateur und krasser Außenseiter über einen unfassbareren Erfolg freuen durfte. Nicht zu vergessen natürlich die 5.17 Mio. Preisgeld!
Riess hatte jedoch mit seiner Ankündigung, er sei der beste Spieler am Finaltisch zumindest laut Ergebnis Recht behalten. Und man kann sagen was man will, selbst seine Kritiker müssen anerkennen, dass er fantastisch Poker gespielt hat und verdient das Bracelet und die $8.36 Mio. gewonnen hat.
In der kommenden Ausgabe des Pokerblatts findet ihr den gesamten Finaltischverlauf noch einmal in einem großen Beitrag taktisch gegliedert zusammengefasst. Viel Spaß euch!
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan Kalhamer mit
Sven Lucha, Jürgen Bachmann und
Rouven Alpers für
gaming-institute.de


