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Caesars Entertainment droht Insolvenz

Casinokonzern Caesars Entertainment schiebt seit Jahren einen gewaltigen Schuldenberg vor sich her. Die Gläubiger werden immer ungeduldiger und eine Insolvenz immer wahrscheinlicher.

Um das ganze Chaos zu verstehen, muss man zehn Jahre zurückgehen. 2006 wurde zum ersten Mal über eine Privatisierung von Caesars Entertainment diskutiert. Letztendlich wurde dieses Ziel im Januar 2008 durch eine fremdfinanzierte Übernahme erreicht.

Caesars EntertainmentDas Geld für den gewagten Deal stellten (teilweise) Apollo Global Management sowie TPG Capital Management. Caesars Entertainment blieb auf über $25 Milliarden an Schulden sitzen. Kurz danach gab es den Einbruch im amerikanischen Immobilienmarkt, was den Wert von Caesars‘ Aktiva deutlich zu schaffen machte. Die darauffolgende Wirtschaftskrise sorgte für zusätzliche Probleme.

In 2013 versuchte man zu retten, was zu retten war. Zahlreiche Notverkäufe dienten dazu, die kurzfristigen Schulden zu decken. Dazu versuchte man per Umverschuldung, den Kopf über Wasser zu halten. Als jedoch abzusehen war, dass der Sinkflug in einem Crash enden würde, versuchte man mittels Transaktionen zwischen Tochterfirmen, die wertvollsten Aktiva ‚beiseite‘ zu schaffen.

Im Januar 2015 leitet man bei Caesars Entertainment Operating Co eine Insolvenz nach Kapitel 11 ein. Die Tochterfirma hält mit rund $18 Milliarden den Löwenanteil aller Schulden. Hier liegt der Ursprung der neusten Meldung.

Um mittels Insolvenzverfahren rund $10 Milliarden der Schulden loszuwerden, bot man vorrangigen Gläubiger (Senior Creditors) einen wesentlich besseren Deal, als nachrangigen Gläubiger (Junior Creditors) an. Letztere sollten weniger als 10 Cent pro Dollar bekommen, was in einigen Klagen endete.

Doch die vorrangigen Gläubiger drohen nun ebenfalls mit Klagen. Derzeit sieht es nicht so aus, als ob es nur beim Säbelrasseln bleiben wird. Sollten die Gläubiger ernst machen, dann könnte ein unabhängiges Insolvenzverfahren eingeleitet werden.

Dieses würde Caesars Entertainment direkt betreffen und im Gegensatz zum Insolvenzverfahren nach Kapitel 11, bei dem der Betrieb aufrechterhalten wird, könnte die komplette Firma – inklusive der World Series of Poker – auf dem Auktionstisch landen und zerschlagen werden.


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