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Throwback Thursday – Skandale und Erfolge im November 2010

Der November 2020 ist anders. Die Coronapandemie prägt die (Poker)Welt  und alles dreht sich um Online-Poker. Vor zehn Jahren dagegen erschütterten im November 2010 zwei Riesenskandale die Pokerszene, dafür erreichten sowohl Live- als auch Online-Poker neue Rekorde.

Es ist tatsächlich schon zehn Jahre her, als Ali Tekintamgac vom Final Table der Partouche Poker Tour Cannes ausgeschlossen wurde und alles rund um sein Betrugsnetzwerk aufgedeckt wurde. Während Vanessa Selbst den Sieg holte, diskutierten alle nur über Ali T. und wie es möglich war, monatelang mit seinem „Bloggerteam“ zu betrügen. Verurteilt wurde er schließlich im Juli 2014 und zwar zu insgesamt 41 Monaten Haft.

Im Zuge der Aufklärungsarbeit rund um Ali T. kam ein anderer Pokerskandal ans Tageslicht, der aber „nur“ in der deutschen Pokerwelt für Aufsehen sorgte. Bei der Full Tilt Million Euro Challenge 2009 war der spätere Sieger Dejan Dimov unrechtmäßig zur Teilnahme gekommen und hatte mit zu vielen Chips seinen Weg zum späteren Sieg geebnet. Full Tilt Poker interessierte es nach außen hin nicht wirklich, aber schon 2010 hatte man die MEC nicht mehr als publikumswirksames Spektakel, sondern in kleinem Rahmen in Wien abgehalten.

Im November 2010 gab es aber nicht nur Skandale, sondern auch viele Turniere. Jonathan Duhamel krönte sich im Zuge der November Nine zum Weltmeister, die PokerStars EPT wurde zum ersten und einzigen Mal im Wiener Kursalon ausgetragen und fand mit Michael Eiler einen deutschen Sieger.  Zum ersten Mal wurde die Baden-Württembergische Meisterschaft im Casino Baden-Baden veranstaltet und hat seidem jedes Jahr einen neuen Rekord aufgestellt. Mit Sakko und Krawatte ging es stilvoll an die Tische, Sascha Guidieri sicherte sich den Titel und rund € 25.000 Preisgeld. Traditionell fand auch im November die Deutsche Poker Meisterschaft statt, Schauplatz war zum letzten Mal die Spielbank Warnemünde. Sieg, € 66.000 und Titel gingen damals an Florian Fechner.  Weitere Turnierhighlights waren natürlich die Masters Classics of Poker in Amsterdam, die PokerStars EPT in Barcelona, die GSOP von Betsson auf Malta, aber auch die Everest Spanish Poker Tour in Lloret de Mar, wo sich Marvin Rettenmaier den Sieg sichern konnte. Im Montesino Wien gab es damals noch ein grandioses Event, nämlich die Mermaid Poker Challenge, die mit einer Preisgeldgarantie von € 50.000 und einem tatsächlichen Preispool von mehr als € 100.000 ein absolutes Highlight war. Sam El Sayed holte bei der WPT Amneville den ersten WPT Titel für die Schweiz, während es ihm Sebastian Homann bei der WPT Marrakesh gleichtat. Die High Roller vergnügen sich derweil bei fetten Cash Game Runden im winterlichen Seefeld und genossen die Vorzüge der Luxushotels auf Kosten des Casinos.

Aber nicht nur live wurde viel gepokert, auch online ging es zur Sache. Unter anderem feierte die Germanics Championship of Online Poker (GCOOP) auf PokerStars ihre Premiere. Die Turnierserie war damals nur Spielern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zugänglich.

2010 war trotz Skandalen die Pokerwelt in Ordnung und man darf hoffen, dass 2021 langsam wieder Normalität einkehrt. Für Online-Poker (und Online-Gaming generell) in Deutschland wird das Jahr auf jeden Fall ein Entscheidungsjahr. Würde es Corona nicht geben, wäre 2020 ein absolutes Rekordjahr geworden. Denn allen widrigen Umständen zum Trotz hält der Pokerboom noch immer an. Anders als noch vor zehn Jahren, aber definitiv ungebrochen.


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